Interview mit Strauß & Fliege Gründer Johann

Die Trauung ist das zentrale Element einer Hochzeit. Ohne eine Zeremonie ist es, meiner Meinung nach, “nur” eine Feier. Jeder Gast möchte hören wie das Ja-Wort gesprochen wird und man sich tief in die Augen schaut und evtl. die ein oder andere Träne vergossen wird. Eine freie Trauung wird von vielen Paaren gewählt, da man sich nicht nur den Redner / die Rednerin aussuchen kann, sondern auch den Ablauf so gestalten kann wie man es möchte und was zu einem passt. Da ich großer Fan von Individualität bin, finde ich dies natürlich wunderbar. Johann, der Gründer von Strauß und Fliege war so freundlich und hat mir ein Interview gegeben, indem wir nicht nur Organisatorisches zu einer freien Trauung erfahren, sondern auch was seine Lieblingslieder bei einer Trauung wären…

 

Lieber Johann, wie lange gibt es Strauß & Fliege schon und wie bist du auf die Idee gekommen, diesen Beruf zu ergreifen und deine Agentur zu gründen?

Hallo Julia, danke, dass ich heute hier sein darf.

Die Geschichte von Strauß & Fliege ist eine von der Sorte, die nur das Leben schreiben kann. Ich bin 2014 privat von Freunden gebeten worden, deren freie Trauung zu gestalten. Eine große Ehre, eine totale Überraschung – und eine echte Herausforderung. Ich hatte damit bis zu dem Zeitpunkt keinen Kontakt gehabt und hab mich dann richtig reingefuchst und mit dem Thema beschäftigt. Wie wir im Norden halt sagen: Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss. Die Art und Weise, wie ich die Zeremonie letztlich gestaltet habe, ist so gut angekommen, dass ich derart unglaublich viele neue Anfragen im Anschluss erhalten habe. Das waren dann schnell so viele, dass ich das allein gar nicht hätte schaffen können. Also habe ich nach und nach weitere Redner in mein Team aufgenommen und geschult. Und daraus ist Strauß & Fliege gewachsen.

Heute habe ich knapp 50 Trauredner in der Agentur und wir haben schon fast 800 Hochzeiten begleitet. Es gibt einen Podcast, wir sind auf instagram, pinterest – und wie sie nicht alle heißen. Ich habe Angestellte, sogar eine Praktikantin. (lacht) Eigentlich eine verrückte Geschichte.

Mir ist aber wichtig zu betonen, dass die Redner, man sieht es schon am Verhältnis zu den durchgeführten Trauungen, am Ende nur eine Handvoll Trauungen im Jahr machen. Damit bleiben sie „frisch“ und haben immer wieder neu Lust, mit den Paaren zu arbeiten. Das soll nicht automatisch heißen, dass Kollegen anderer Agenturen nicht „frisch“ sind, aber so ist nun einmal unsere Philosophie.

 

Was sind die Vorteile einer freien Trauung und was ist der Unterschied zu einer standesamtlichen oder kirchlichen Trauung?

Jede dieser Varianten hat ihre Vorteile. Das ist mir ganz wichtig, dass nicht der Eindruck entsteht, dass ein freier Trauredner gegen die Kirche oder das Standesamt wäre. Im Gegenteil, für mich ist das Ziel, das jedes Paar so heiraten kann, wie es möchte. Und wenn Paare in der Kirche oder (nur) auf dem Standesamt heiraten möchten, dann ist da super, wenn das auch klappt. Aber manchmal passt das einfach nicht oder „reicht nicht“ oder geht sogar gar nicht. Da ist es doch toll, dass es die freie Trauung gibt, die nochmal ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Die Unterschiede sind auch recht groß zwischen den einzelnen Varianten, da kann man gar nicht von Konkurrenz, sondern vielmehr von Ergänzung sprechen: Wenn man rechtskräftig verheiratet sein will – in Deutschland – muss man auf das Standesamt. Punkt. Da gibt es keinen Weg dran vorbei. Und die kirchliche Trauung ist ein wunderschöner zeremonieller Rahmen für Paare, die ihre Eheschließung außerdem im Rahmen ihrer Religion feiern möchten.

So, und jetzt gibt es eben Paare, die haben vielleicht keinen speziellen religiösen Bezug, kommen aus unterschiedlichen Religionen, dürfen – aus welchen Gründen auch immer – nicht im Rahmen ihrer Religion heiraten. Gleichzeitig ist ihnen der eher bürokratische Akt auf dem Standesamt aber „zu wenig“. Oder vielleicht will das Paar an einem ungewöhnlichen Ort heiraten und da steht einfach keine Kirche weit und breit. (lacht) Wir haben auch schon oft erlebt, dass uns Paare erzählt haben: Wir wollten kirchlich heiraten, aber nicht IN einer Kirche. Dagegen hätte sich dann der Priester gewehrt und so sind sie bei uns gelandet.

Für alle diese Brautpaare ist eine freie Trauung die Lösung. Sie ist orts- und zeitungebunden und generell frei von Vorgaben und Regeln. Sie kann ergänzend zum Standesamt ein persönliches Zeremoniell bieten, die dem Ja-Wort nochmal eine ganz andere Feierlichkeit verleiht. Sie kann sogar ohne das Standesamt, davor, danach oder währenddessen (mit einer persönlichen Rede auf dem Standesamt) abgehalten werden.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Was sind die Leistungen von Strauß & Fliege und wie viel kostet ein freier Redner?

Strauß & Fliege zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass wir uns sehr viel Zeit nehmen für unsere Paare. Daher auch die oben erwähnte kleine Anzahl an Trauungen pro Redner. Sympathie ist die Grundlage einer gelungenen Zusammenarbeit, aber wir streben wirklich eine emotionale Tiefe und enge Paarbindung an, die über Floskeln und Schema F hinausgeht.

Im Konkreten heißt das also, zum Beispiel, dass es ein unverbindliches und kostenfreies Erstgespräch zwischen Paar und Redner gibt, um ein freies und offenes Kennenlernen zu ermöglichen. Im Anschluss werden diverse Treffen und Informationen ausgetauscht, auf Wunsch auch Freunde und Verwandte eingebunden. Wir schreiben eine individuelle und persönliche Traurede und gestalten die gesamte Trauzeremonie. Am Hochzeitstag selbst sind wir für das Paar da und der Ruhepol, den die meisten Paare bei der ganzen Aufregung gut brauchen. (lacht)

Was die Kosten einer freien Trauung angeht kann ich hier an dieser Stelle keine konkrete Zahl nennen. Zum einen sind alle unsere Redner Freelancer und haben unterschiedliche Honorare (z.B. aufgrund von Seniorität, Anfahrtswegen, etc.). Zum anderen ist kein Paar gleich und auch keine Hochzeit. Und manche Paare haben mehr Wünsche als andere. Genauso wenig, wie wir zweimal dieselbe Zeremonie machen, gibt es bei uns Einheitspreise.

Ich sag es mal so: Wir sind nicht teuer, wir sind es wert!

Mein Tipp: Stellt einfach eine unverbindliche Anfrage und besprecht mit dem Redner gemeinsam alles weitere.

 

Wie wählst du deine freien Redner und was macht deiner Meinung nach einen guten Redner/ eine gute Rednerin aus?

Eine sehr gute Frage. Und gehört eng zueinander. Ein guter Redner ist für mich jemand, der ehrliches Interesse an seinem Gegenüber hat – jenseits interessierter Höflichkeit. Jemand, dem es nicht darum geht, auf einer Bühne zu stehen und gehört zu werden, sondern für andere eine Bühne zu sein.

Eine gute Beziehung hat ja nicht nur rosarote Seiten. So ist das Leben selten. Da gehört auch Streit dazu, Rückschläge, Unstimmigkeiten. So intensiv wie wir bei Strauß & Fliege mit unseren Paaren arbeiten, kennen wir natürlich auch „dunklere“ Seiten einer Paargeschichte. Ein guter Redner beschönigt nichts – aber er weiß auch, welche Informationen nicht breitgetreten werden müssen.

Ich summier das also mal unter: Fingerspitzengefühl, Ehrlichkeit und eine Leidenschaft für Menschen.

Und ja, nach solchen Menschen suche ich. Da gibt es keine zwei gleichen Lebensläufe in meinem Team. (lacht) Wir haben eine Altersspanne von Anfang 20 bis Ende 70, Studenten, ehemalige Zahnärzte, Yogalehrer, Schauspieler, Radiomoderatoren aber auch BWLer, Flugbegleiter, eine Standesbeamtin … Strauß & Fliege ist so bunt wie die Gesellschaft.

Wer sich jetzt angesprochen fühlt darf sehr gerne mal einen Blick auf unsere Stellenanzeige werfen.

 

Was würdest du Paaren raten, die auf der Suche nach dem richtigen Hochzeitsredner sind?

Das ist eine einfache Frage: Geht auf www.straussundfliege.de! (lacht)

Und abgesehen davon gibt es eigentlich nur einen Tipp: Hört auf euer Herz. Wenn es nicht funkt und knistert, dann sagt lieber (höflich) ab, als dass ihr es im Nachhinein bereut. Meistens ist Geld ein Grund, warum Paare zögern, den Wunschredner zu buchen. Und dann ist die Hochzeit und man denkt sich: „Oohje, wäre uns das nicht doch 200€ mehr wert gewesen?“

Ich sag auf keinen Fall, dass man sein Budget sprengen sollte für den Trauredner. Aber man sollte eine realistische Vorstellung davon haben, wie wichtig ein guter Trauredner ist. Und wieviel Arbeit ein guter Trauredner leistet. Und, dass gute Arbeit auch entlohnt werden sollte.

Wenn einem Paar die Zeremonie wichtig ist, dann ist sie ihm auch wert, dafür etwas Geld in die Hand zu nehmen. Da entscheidet eben das Herz. Und nicht der Budgetplan.

 

Was war das Rührendste und Witzigste was du bei einer Trauung erlebt hast?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Aber natürlich sind es die emotionalen Szenen, die auch mich berühren. Wenn ein Brief der Oma vorgelesen wird, die nicht anwesend sein kann oder wenn der ultra-starke Superbräutigam dann doch Mensch sein darf und alle Aspekte der toxischen Männlichkeit über den Haufen wirft und einfach weint, wenn er meint, dass das jetzt in Ordnung ist.

Auch die Einzüge der Bräute sind immer extrem stark und rührend. Da sind die Taschentücher halt auch schnell durchnässt. Man fragt sich generell, warum wir in unserem Alltag nicht etwas mehr Gefühle zulassen. Auf Hochzeiten ist es auf einmal ganz toll, wenn der Mann weint und sonst gilt er als Memme. So ein Blödsinn.

Und witzige Momente gab es auch schon ohne Ende. Kinder, die die Ringe nach vorne bringen sollen, diese aber auf dem Weg verlieren. Ein Zwischenruf von einem alten Schulfreund, der eine geschönte Anekdote mit der Braut doch ganz anders in Erinnerung hat. Je lockerer, je besser. ABER: Es darf nicht albern werden. Diese Balance zu halten, ist meine Aufgabe.

 

Welcher Teil einer freien Trauung gefällt dir am besten?

Natürlich meine Rede! (lacht)

Ähm: Nein, ich bin tatsächlich immer Fan einer guten Musikauswahl. Wenn es mal nicht die Toten Hosen mit „Tagen wie dieser“ ist, sondern ausgewählte, besondere Lieder. Hierzu haben wir uns auch auf unserer Webseite Gedanken gemacht. Und auch bei Spotify sind viele gute Lieder aufgezählt, woran sich Paare orientieren können. Am Ende zählt: Wenn das Lied dem Paar etwas sagt, wenn es wirklich dazu passt, dann darf es alles sein. Auch mein Herzensfreund Ed Sheeran…

Was dann natürlich immer, wirklich immer, sehr schön ist, ist das Eheversprechen. Da arbeite ich vorher richtig mit meinen Paaren, damit wirklich klar ist: Was will ich da eigentlich sagen? Manche Paare sind am Anfang skeptisch, aber ich konnte noch immer alle überzeugen. Überzeugen! Nicht überreden, das würde ich nicht machen.

 

Wie würde für dich eine perfekte freie Trauung aussehen?

Oh mann… kritische Nachfrage! Meine oder eine? Ich geh der Frage mal aus dem Weg und beschreibe eine perfekte Trauung. (lacht)

Und da würde ich dann direkt das Wort „perfekt“ streichen. Das Wort alleine hat so eine Wirkmacht, dass man unter dem Druck schon zerbricht. Wir haben ja das Notizbuch und den Podcast mit dem Titel „Beruhig Dich Schatz, wir heiraten nur“. Damit ist alles gesagt. Klar, man muss viel planen, aber man muss ganz dringend auch offen bleiben und sagen: Es kommt schon, es wird schon.

Ich kann meinen Paaren nur empfehlen, sich das Notizbuch zu besorgen und damit im Vorfeld zu arbeiten. Dieses ist keine Checkliste, sondern konzentriert nochmal auf die wichtigen Fragen. Es ist eher ein selbstausfüllender Ratgeber. Wer sich an den Fragen langhangelt, der weiß auch, was die Hochzeitszeremonie leisten kann. Und wer so reflektiert da rein geht, der macht sich ein „perfektes“ Fest!

 

Gibt es Trends in der Branche der Hochzeitsredner?

Auf jeden Fall. Sicherlich nicht so schnelllebige wie z.B. in der Mode, aber man kann durchaus Veränderungen beobachten:

Die ersten freien Trauungen waren ja eher eine „Notlösung“ für Paare, die nicht in der Kirche feiern konnten.  Dann kam so vor 5 oder 6 Jahren immer mehr die Individualität des Paares in den Vordergrund und viele Paare haben sich bewusst für eine freie Trauung entscheiden, um zum Beispiel an besonderen Orten heiraten zu können. Dazu kam, dass sich auch die Bandbreite an freien Traurednern verändert hat. Das soll jetzt gar nicht überheblich klingen, aber da hat Strauß & Fliege durchaus auch seinen Anteil daran, dass heutzutage so viele kluge und schöne Menschen mit viel Charme und Wortgewandheit als Trauredner agieren. (lacht)

Das war so etwas wie die Geburtsstunde der „modernen“ freien Trauung: Modern. Frisch. Clever. Individuell. Aber durchaus weiterhin mit klassischen Elementen und in großen Gesellschaften.

Jetzt ist seit 1-2 Jahren – und dank Corona exponentiell verschärft – vermehrt zu beobachten, dass Brautpaare in kleineren Kreisen heiraten. Manche Paare sogar ganz allein. Das verleiht der Intensität dieser Entscheidung zweier Menschen, JA zueinander zu sagen, natürlich nochmal einen ganz anderen Gänsehautfaktor. Wir selbst haben schon einige solche „Elopement Weddings“ begleitet und sind große Fans davon.

 

Wie viele Hochzeiten begleitet ein freier Redner in der Regel im Jahr?

Wieder eine tolle Frage, die mir sehr wichtig ist. Ich glaube, da gibt es durchaus eine verzerrte Wahrnehmung. Gerade bei Agenturen wie Strauß & Fliege mit doch einem so großen Portfolio an Rednern.

Ich kann das für Strauß & Fliege ganz genau sagen: Bei uns macht jeder Redner im Schnitt 8 Reden im Jahr. Also wahrlich keine Massenproduktion oder Fließbandarbeit. Und das ist uns auch wichtig. Bei uns steht Qualität vor Quantität – das spiegelt sich nicht zuletzt in diesen Zahlen gut wider.

 

Wie lange dauert die Planung einer freien Trauung und wie ist der Ablauf in der Planung?

Tja, also ich bin ja selbst nur Laie, habe noch keine eigene Trauung geplant. Aber bei meinen Paaren merke ich, dass sie sich meistens 8-12 Monate vorher anfangen, Gedanken zu machen. Und ich denke, dass das auch ein guter Zeithorizont ist. Die einen sind schneller, die anderen langsamer. So haben Redner, Paar und auch Musiker und ggf. einzubindende Gäste Zeit, sich zu sammeln und die Vorbereitungen gut und ohne Hetze zu gestalten. Etwas Puffer ist immer gut.

Ich hatte aber auch Anfragen für in zwei Wochen, weil ein Kollege einer anderen Firma kurzfristig dem Paar abgesagt hat. Auf der anderen Seite kommen aber jetzt schon Anfragen für in drei Jahren. Eine verrückte Branche!

Wie oben schon erwähnt kann ich hierfür unser Notizbuch und unseren Podcast empfehlen. Vor allem auch im Podcast gehen wir die ganzen wichtigen Stationen in der Vorbereitung auf eine freie Trauung durch. Wir begleiten das Paar also Schritt für Schritt. Wer hier die 10/12 Podcast Folgen hört, ist a.) gut vorbereitet und weiß b.) wo es die besten Trauredner gibt.

 

Welche Lieder würdest du gerne auf einer freien Trauung hören und welche kannst du langsam nicht mehr hören?

Da hast Du mich erwischt, das ist eines meiner Lieblingsthemen. Ich spiele selbst in der Band Niko & the Lost Boys und für mich ist Musik ein zentrales Element meines Lebens. Auch bei einer freien Trauung.

Die richtige Musik bei einer freien Trauung passt zu dem Paar, hat am besten eine Bedeutung für die beiden. Und sie sollte unbedingt live gespielt werden.

Was ich tatsächlich schwierig finde, sind Songs, die eigentlich gar keine Liebeslieder sind. Da sollte man sich vorher unbedingt den Text übersetzen lassen. (lacht) Gleichzeitig gibt es großartige Lieder mit wunderschönen Texten, die auf den ersten Klang nicht romantisch genug wirken. In der live-Akustik Version aber etwas ganz Besonderes werden.

So aus dem Steigreif möchte ich jetzt mal „Gold Dust“ von Jonathan Jeremiah ins Spiel bringen. Einfach anhören, da muss ich nicht viel dazu sagen. Zu dem Song „The Book of Love“ von Peter Gabriel habe ich eine persönliche Beziehung. Den durfte ich auf der Hochzeit von meinem Bruder spielen und höre ihn nicht zuletzt darum immer wieder gerne.

Und abschließend – vielleicht erstmal unerwartet – kann ich sehr empfehlen, sich mal „I’m gonna be (500 miles)“ in Ruhe anzuhören. Denn auch wenn die Melodie es erstmal nicht vermuten lässt, das steckt eine richtig schöne Botschaft dahinter.

Wie bereits erwähnt, wir haben auf spotify eine grandiose und genre-übergreifende Playlist namens „Wedding by Strauß & Fliege“. Unbedingt mal reinhören!

 

Sprichst du gerne mit Mikro? Wann macht ein Mikro bei einer freien Trauung Sinn?

Ein Mikrofon macht in jedem Fall Sinn, vor allem wenn die Trauzeremonie unter freiem Himmel stattfindet. An einem windigen Tag. Auf einer Wiese neben muhenden Kühen und einem Spielplatz voller jubelnder Kinder. Das kann akustisch schnell sehr unästhetisch werden, wenn der Trauredner zum Traubrüller wird. (lacht) Ich nutze also, auch wenn ich sicherlich eine laute, kraftvolle Stimme habe, immer ein Mikro und würde das auch allen empfehlen.

Hier einfach mit dem Trauredner absprechen, ob er/sie eigenes Equipment mitbringt oder, ob die Location das stellt.

 

Gibt es Anfragen, die du aus einem bestimmten Grund von Anfang an ablehnst?

Das passiert eigentlich nie, aber ganz klar, würde sich ein Paar direkt mit diskriminierenden oder herablassenden Äußerungen präsentieren, würde ich das natürlich gar nicht erst in Betracht ziehen. Das ist ja irgendwie selbstverständlich und würde für jede Branche gelten.

Also nein, mir fällt jetzt spontan nichts ein. Das ist eigentlich ein schönes Zeichen, wenn ich so darüber nachdenke. Anscheinend melden sich nur nette Leute bei mir. (lacht)

 

Was sind deiner Meinung nach die schönsten Orte für eine freie Trauung?

Ganz klar diejenigen, die zu dem Paar passen. Wenn das Paar an dem Ort glücklich ist, dann strahlt das auf alle über.

Das heißt gar nicht, dass der Ort eine spezielle Bedeutung haben muss – obwohl das natürlich auch toll ist: Heiraten an dem Ort, wo die beiden sich das erste Mal geküsst haben. Oder unter Omas Apfelbaum im Garten, an der Stelle wo der Heiratsantrag gestellt wurde.

Es kann aber auch ganz klassisch eine tolle Hochzeitslocation sein, die den beiden gut gefällt und alle Annehmlichkeiten und Services bietet, die wichtig sind für die anschließende Feier.

Ich habe mal ein Paar, allein bzw. nur mit deren Kindern, auf den Steilklippen in der Bretagne getraut. Und einmal war ich mit der Hochzeitsgesellschaft eingeschneit auf einer Hütte in den Alpen. Drinnen, draußen, gemütlich oder fancy … solange das Paar happy ist, bin ich auch happy.

 

Zum Schluss noch die Frage, ob du einen Lieblingshochzeitsfilm hast?

Ja. Und zwar das Musikvideo von Maroon 5. Kennt ihr das? Muss man gesehen haben:

https://www.youtube.com/watch?v=09R8_2nJtjg– Schaut Euch das Video an!

Aber wenn wir über Filme sprechen wollen, fällt mir noch was ein: Ich habe lustigerweise erst kürzlich mit meiner Kollegin darüber gesprochen und ich mochte ihre Antwort sehr, darum leihe ich mir die mal kurz aus:

Sie meinte, was sie sehr liebt ist „The Five-Year Engagement“ weil Jason Segel und Emily Blunt den ganzen Film lang auf den „perfekten Zeitpunkt“ warten, um die „perfekte Hochzeit“ zu feiern – und es geht natürlich alles schief. Zum Schluss gibt es dann eine Art spontane Elopement-Überraschungs-freie Trauung im Park. (lacht) Und irgendwie sieht das nach der absolut besten Hochzeit aller Zeiten aus, weil es am Ende ja eben doch nicht um den Trauredner oder den Kuchen oder die Blumen geht. Sondern nur darum, dass die beiden es keine Sekunde länger aushalten NICHT verheiratet zu sein.

Lieber Johann, danke für deine Zeit!

Pictures by Tom & Jezz Fotografie, Ben Gierig, Herr Holzner, Chris & Ruth, Mokati, Toni & Jules

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